Fokker Eindecker E III vom Chinamann

Im Mai diesen Jahres (2017) kam ein Angebot des allseits bekannten Billiganbieters aus China mit Lager in Holland ins Haus. Für weniger als 100,-€ gab´s da einen Lasercut Bausatz einer Fokker E III mit ungefähr 150cm Spannweite. Das passt mit ca. 1:6 zwar nicht zu den anderen Modellen hier, aber ich hatte noch einen passenden Motor in der Kiste liegen und -schwupps- war das Paket aus Holland drei Tage später da :-)

Der Baukasteninhalt

Der Inhalt hat mich angenehm überrascht. Komplettes Zubehör ist dabei. Angefangen von der GFK Cowling, Tiefziehteile, Beschläge, "Räder", gebogenes und verlötetes Fahrwerk, Kohlefaserrohre für die Steckungen und nicht zuletzt ein separater Bausatz für die Motorenattrappe und das Spandau MG.

Die gelaserten Balsaholzteile sind sehr genau gearbeitet, aber die Holzqualität ist z.T. unter aller Kritik. Manche Teile sind einfach unbrauchbar. 

Es könnte ein schönes Semiscale Modell werden, aber sicher nicht "out-of-the-box". Die Räder kommen gleich weg. Sowas geht garnicht. 

Die Bauanleitung

Die "Bauanleitung" ist mal was Neues. Minimalistischer Text und ein paar Detailfotos, sonst nur Abbildungen der CAD Konstruktion auf zwei bunten Blättern. Die Teilenummern stimmen nicht durchgängig mit den Brettchen überein und nicht alle Teile werden überhaupt angegeben. Sicher nix für Modellbau-Novizen.

 

 

Ich kämpf mich durch und fang mit der Motorenattrappe und dem MG an. Das ist schon mal ganz schön.




Der Rumpf

Der Rumpf kommt als nächstes dran. Hier ist die Bauanleitung auch nicht wirklich hilfreich. Man kann zwar gut erkennen, wie alle Teile zusammengehören, aber die Baureihenfolge bliebt mir selbst überlassen. Der Rumpfausleger besteht aus den vier Seitenteilen, einigen Spanten und vier innen liegenden Gurten. Vorne wird ein Kasten aus Sperrholzteilen für Motor- und Flächenaufnahme  eingebaut und hinten ein separat zu erstellendes Heckteil mit Leitwerks- und Spornträger. Deutlich mehr konstruktiver Aufwand, als ich erwartet hatte...

 

 

 

 

Das filigrane Heck der E III mit den ungedämpften Rudern ist eine Baustelle für sich. Aus zahlreichen Einzelteilen wird die Schwanzspitze aufgebaut. Sie trägt einen ca. 5cm langen Vierkantstab (aus undefinierbarem Holz), der nach unten aus dem Rumpf ragt und über drei Stiftscharniere das SR tragen soll.  

Der Sporn

Da will der Chinamann also tatsächlich ein Spornrad am SR anbauen. Nicht mit mir. Zahllose Bilder der E III im Web zeigen, wie der originale Schleifsporn aussieht. Also Kiefernrundstäbchen für den Dom geschnitzt und den o.a. Vierkantstab damit abgestützt. Einen Sporn aus Sperrholz (0,8mm) und Balsa laminiert und mit Litoblech geschönt, gelagert auf dem Vierkantstab. Die Federung übernimmt eine Gummirundschnur mit Gewebeummantelung. Schon wieder etwas näher am Vorbild...  

 

Das Fahrwerk

Das mitgelieferte Fahrwerk besteht aus verlöteten Drahtteilen. Das passt zwar von den Abmessungen und Anschlusspunkten her einigermaßen, aber die Materialstärke ist einfach zu gering. Einmal aus Stabilitätsgründen und zweitens aus optischen Gründen. Wie bei meinen 1/4 Modellen habe ich die Drähte mit Holz verkleidet. Dazu werden auf der Ständerbohrmaschine Nuten in der Stärke der Drähte in 5mm Buchenrundstäbe gefräst. Hört sich aufwändiger an, als es wirklich ist. Die Hölzer werden mit 5min. Epoxi mit den gründlich aufgerauten Dräthen verklebt. Die Hauptfahrwerksbeine sind tatsächlich im Rumpf gefedert. Das ist wieder ganz nah am Vorbild. Man muss aber die Bilder der Anleitung schon sehr genau betrachten, um zu erkennen, wie der Konstrukteur das gemeint hat. Letztlich funktioniert es aber. 


Räder

Die Schaumgummirädchen aus dem Baukasten hab ich gleich entsorgt. Zufälligerweise hatte mein Wingman Ralph noch ein paar selbstgebaute Räder übrig, die vom Maßstab her ziemlich gut passen. Sie bestehen aus Balsa und Sperrholzlamint mit 14mm Gummischlauch als Reifen. Die Hutmuttern werden noch gegen eine Splintlösung getauscht, aber ich hab noch kein Loch dafür in die Achsen bohren können.










to be continued...


Tragflächen

Ein Stecksystem wie bei Lego. Die Teile passen wieder sehr gut ineinander, bis auf die Schlitze der Randbögen. Ein paar Feilenstriche und das Thema ist erledigt. Die "Bauanleitung" sagt wieder nichts über die Reihenfolge aus. Darum hab ich wieder alles trocken zusammengesteckt und dann die Teile, beginnend mit den Randbögen und den senkrechten Teilen der Holme zusammengeklebt. Dann kann man die Rippen einsetzen, die Nasen- und Endleiste anbringen und dann die Vierkantleisten, die zusammen mit dem hauchdünnen, senkrechten Balsateil den "Hauptholm" bilden. Das sieht anfangs alles sehr wackelig aus, aber am Ende ist es eine sehr stabile, nicht zu leichte Konstruktion. Die V-Form (auch nicht Scale ;-) ergibt sich aus dem vorgegebenen Einbauwinkel der CFK Röhrchen, die die Steckung aufnehmen, Die Wurzelrippen haben automatisch auch den richtigen Winkel. Gut durchkonstruiert.

Einige Bereiche werden dann noch mit Balsa beplankt. An den Stellen, wo später die Verspannung angeschlossen werden soll, werden kurze CFK Rörhchen in gelaserte Haterungen eingeklebt. Damit kann das Spannseil nicht ins Balsa schneiden. Wie die Anschlüsse für die Spannseile an den Flächen aussehen werden, weiß ich jetzt noch nicht. Es soll ja auch wieder alles abnehmbar sein...

Die Nasenleiste besteht aus einer massiven Balsaleiste und muss von Hand verschliffen werden (meine Lieblingsbeschäftigung...). Die Aufnahmen für die QR Servos sind schon fast luxuriös. Montage der Servos auf dem Deckel des Schachtes. Ich hab´s mir diesmal einfach gemacht und die Servos eingeschrumpft und mit Sekundenkleber auf dem Deckel fixiert. Sollte bei dem relativ kleinen Flieger ausreichen.

 

 

 

 

Und dann gibt es noch eine ebenfalls massive GFK Zunge, die an den ersten drei Rippen und der Beplankung verklebt wird und in den Rumpf zwecks Sicherung der Fläche eingeführt und mit einer M4 Schraube befestigt wird.


 

 Nochmals der Rumpf

Der vordere Rumpfteil der EIII war im Original mit Aluminium verkleidet. Wegen meiner guten Erfahrungen mit 0,3mm Litoblech habe ich das hier auch nachempfunden. Mittels Mini-Messingtopfbürste kommt auch da das Pfauenaugenmuster gut rüber.

Die eigentliche Cowling wird vom Hersteller als GFK Teil mitgeliefert. Da hatte ich wenig Chancen mit Litoblech. Ebenso die Hamsterbacken dahinter. 


Das sind klare Tiefziehteile. Die Teile wurden mit Felgensilber lackiert und auch gaaanz vorsichtig mit der Topfbürste bearbeitet.

 

 

 

 

 

Aber mal ehrlich... je länger ich hinschau, umso mehr erinnert mich das Ding an einen Nasenbär. Die Cowling ist, verglichen mit original Bildern, viel zu lang. Also erstmal den Schwerpunkt finden. Donnerwetter, der passt 100%, aber ohne Akku. Man könnte doch... wenn ich... vielleicht...

 

 

 

 

Ach Quatsch, wird schon schief gehen. Also erstmal den Motordom wieder raus bauen. Das Harz konnte ich leicht mit dem Heißluftfön weich machen, den Rest mit einem dünnen Messer trennen. Und schon war der Dom wieder draußen. Auf der kleinen Kreissäge 5cm abgetrennt und dann die Motorhaube ebenfalls auf die Hälfte eingekürzt. Alles wieder mit Sturz und Zug ausrichten und - tataaa- jetzt sieht es schon viel besser aus.

Für die Verspannung der Flächen habe ich nicht das beigefügte Stahlseil (das hat die Bezeichnung wirklich verdient) genommen, sondern ein 0,5mm dünnes Seil mit Kunststoffummantelung. Die Spannschlösser von Knupfer sind nur Fake. Gespannt werden die Seile über Federn am Fahrwerk. Die Durchführungen durch die Flächen sind mit CFK Röhrchen ausgebüchst. Nicht scale, aber praktisch beim auf- und abrüsten.  

 

 

 

 

Die Malteserkreuze hab ich dann doch selber aufgebracht. Schablonen aus Maskierfolie waren schnell gemacht. Die wasserlösliche Farbe kommt von Revell und aufgetragen hab ich sie mit der Schaumrolle.

 

 

 

 

 

Bauzustand heute: eigentlich fertig, Abfluggewicht mit 3500 Vierzeller liegt bei 2,4kg. Cockpitausbau gibt´s diesmal nicht, weil der Akku direkt im Instrumentenbrett (?) steckt. Einen Piloten hab ich auch noch nicht. Jetzt fliegen wir´s erstmal. Sobald es vom Maiden ein Video gibt geht´s hier weiter

Stay tuned

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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