Teil 2

Solange der Rumpf noch in der Helling steckt, kann das Seitenruder aufgebaut werden. Die Rippen des Ruders und der Flosse sind nicht ausgefräßt. Sie müssen nach alter Väter Sitte mit dem Skalpell aus dem Balsabrettchen ausgeschnitten werden. 

Der Randbogen besteht aus einem vorgeformten Bogenteil aus Reet. Die Formtreue ist grenzwertig, aber das Material läßt sich gut biegen. 

Der Aufbau des Ruders mit den Balsarippen erfolgt praktisch frei Hand, da man den Rumpf ja nicht mehr auf den Plan legen kann. Das erfordert etwas Erfahrung im Modellbau und ist sicher nichts für Anfänger.

Der Aufbau der Flosse beginnt mit der Montage des "rudder post", also dem zentralen Messingrohr, das die Scharniere trägt.

Die Teile liegen alle bestens vorgearbeitet und in Tüten verpackt bei. Die Bauanleitung enthält nur sehr sporadische Hinweise. Man muss den Plan gut lesen können, um die Teile korrekt zu verarbeiten. Aber der Plan ist einfach perfekt gezeichnet. Es treten keine Schwierigkeiten auf. Die Rippen und der Reet Bogen können dann wieder auf dem Plan aufgebaut werden. Für alle Klebestellen habe ich dickflüssigen Sekundenkleber verwendet. Die Messinteile sind gelötet.

Im Baurausch habe ich heute vergessen, Detailbilder zu machen. Ich gelobe Besserung bei den kommenden Abschnitten. Hier die Bilder von heute:


Der "rudder post" dreht sich mit den Messingscharnieren in einer Hohlkehle


 

 

 

 

Der Reet Bogen wird unten mit Balsaresten aufgefüttert. Unterhalb der Flosse ist das Rumpfendstück zu sehen. Das bleibt abhehmbar, damit die Flosse später wieder komplett demontiert werden kann.


 

 

 

 

Die EInzelteile des "rudder post"

 

 

 

 

Das Ruder wird später mit 0,8er Sperrholz beplankt, die Flosse wird mit Gewebe bespannt.
Gesamtansicht


22.09.2018

In der planmäßigen Reihenfolge geht es nun an das Höhenruder.

Die Dämpfungsfläche ist symetrisch profiliert, also kann man sie nicht flach auf dem Baubrett aufbauen. Zunächst werden alle Formteile und die Rippen gebeizt, damit später nach dem Leimen keine "dichten" Stellen mehr die Farbe annehmen. Dann werden sie mit den "Cap Strips" versehen.


 Als Hilfshelling dienen zwei Dachlattenstücke, die mit Bohrungen für die Steckungsrohre versehen werden und auf dem Plan anstelle des Rumpfhecks fixiert werden. Leider verschweigt die Bauanleitung, dass diese Bohrungen in einem Winkel von zwei  Grad ausgeführt werden müssen, weil das Heck der Alb ja konisch zuläuft. Das ist aber mit meiner Baumarktständerbohrmaschine kein Akt. 

 


Das nächste Problem sind die Randbögen. Im Bausatz sind zwei vorgeformte Vierkantleisten enthalten, die aber leider nicht formtreu sind. Ausserdem sind sie aus massivem Holz und würden so eine starke Spannung in die Konstruktion bringen und dazu sind sie schwer zu bearbeiten. Ich hab sie entsorgt und neue Randbögen aus Sperr- und Balsaholz laminiert. Das Ergebnis ist formtreu, extrem stabil und sehr leicht. Auf der Bandsäge konnte ich sie einfach auf die erforderliche Breite von 11mm  schneiden.


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Etwas Frust kam auf, als ich die fertigen Rippen und andere Formteile lose auf dem Plan zusammen gesteckt hatte. Offensichtlich hat der Plan nach so vielen Jahre der Produktion durch wiederholtes Kopieren an Maßhaltigkeit verloren.

(kleiner Vorgriff: Nach Fertigstellung der beiden Höhenruderhälften habe ich die linke und rechte Seite mal auf dem Plan miteinander vertauscht und siehe da, sie sind tatsächlich leicht unterschiedlich - Peanuts.)

Jetzt soll bloß keiner fragen, warum ich die Holzteile so intensiv gebeizt habe, obwohl doch später alles beplankt wird. Die Antwort ist - weil ich´s schön finde. Freu mich jetzt schon auf die Fotosession vom Rohbau...

 

Hier sieht man gut die Dachlattenhelling :-)

Da Bilder mehr als Worte sagen, hier mal die ganze Fotoserie "Höhenruder-Dämpfungsfläche":

 


Zwischenzeitlich habe ich am Rumpfvorderteil weitergebaut und den Motor eingebaut. Das ist ein Hacker A60-16L. Der soll irgendwann mal eine 24" Latte drehen. Die Motorwelle ist auf den ersten Blick sehr lang. Aber wenn man den Mitnehmer, die 5mm Spinnerplatte und den Prop draufsteckt, dann bleibt nicht viel übrig. Mit dem Klemmkonus im Lieferumfang von Hacker Motors hatte ich kein Glück. Beim Anziehen der Mutter drückte der Mitnehmerkonus auf das vordere Motorlager und blockierte den Motor. Der Service von Hacker konnte das "Problemchen" lösen. Alles schnell und unkompliziert (danke an Uwe Neesen).



















Und dann waren da noch die Anlenkungsböcke für die HR und SR Seile. Einfach ein Genuss, die Baukastenteile zu verarbeiten.







 

 

 

 


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Die Spannschlösser sind im Lieferumfang enthalten. Sehr schöne Teile, aber Messing gehört meiner Meinung nach in den Schiffs(modell)bau. Deswegen habe ich die Teile chemisch brüniert, bzw. lackiert.


Stay tuned - bis bald