Albatros DVa in 1:4 (Proctor Enterprises)

Der Hersteller wirbt mit der Aussage: "Ein Bausatz in Museumsqualität"

Ein erste Sichtung bestätigt schon mal den heren Anspruch. An Vollständigkeit und Qualität bestehen keine Zweifel, seht selbst:



 


 

Eigentlich soll der Bausatz meine Beschäftigung für die nächsten zwei Jahre darstellen. Aber ich kann mich einfach nicht bremsen. Es ist zu verlockend...


Der Rumpf ist im Querschnitt oval. Das bedeutet, dass er nicht einfach auf dem Baubrett aufgebaut werden kann. Es gibt keine plane Fläche. Also muss eine Helling gebaut werden. 

Auf diesen Holzkasten mit den Abmessungen 280x280x1730mm wird eine mitgelieferte Schablone geheftet, in die die Spanten eingesteckt werden. Mit den Longerons oder Stringern werden diese in Position gehalten. Dadurch soll der Aufbau des Rumpfes gerade und ohne Verzug möglich sein. Ich habe vorsichtshalber noch mal mit dem Laser nachgeprüft.


Die Spanten sind gefräßt, nicht gelasert. Daher gibt es keine Brandspuren. Die Kanten brauchen nur ganz wenig Nacharbeit mit dem Schleifpad. Das Holz ist sehr sauber und hell. Deshalb habe ich alle Teile, die ich zunächst brauchen werde, schon mal in Buche gebeizt. 



Die erste Probesteckung der Spanten in der Helling zeigen schon die Größe des Modells.

 

 

 

 

 

14. August 2018

Die Bauanleitung ist in einem etwas merkwürdigen Englisch geschrieben. Ich muss teilweise mehrfach lesen um zu verstehen, was gemeint ist. Erleichtert wird die Sache aber durch das konsequente Koordinatensystem. Im Text der Bauanleitung und in der Stückliste wird immer auf die Position des betreffenden Teiles auf dem Bauplan referenziert. 

Bis jetzt hab ich hoffentlich alles richtig gemacht.


 

 

 







Das erste Problem war, dass lt. Bauanleitung alle Spanten und Longerons (Längsgurte) trocken zusammengesteckt werden sollen. Dann ausrichten und anschließend verleimen. Das geht nur mit medizinischen Hilfsmitteln :-)


 

 

 

 





Die oberen Gurte konnte ich noch etwas anheben. Bei den unteren habe ich verdünnten Weißleim in die Ritzen gespritzt. Durch den Kapillareffekt geht das sehr gut. Die Kontrolle nach 24h war zufriedenstellend.


Mit 8x8 Kiefernleisten werden die unteren Longerons auf der Helling fixiert. Das erzwingt die völlig plane und horizontale Ausrichtung. 












Im nächsten Schritt ist die Höhenruderaufnahme dran. Mittels dreier Messingrohre und einigen Beschlagteilen werden die beiden hauchdünnen (0,8mm Sperrholz) Wurzelrippen ausgerichtet und dann an den Spanten verklebt. Zusätzlich bekommen die Rippen innen eine Versteifung aus Balsaleisten.












Da ich mich streng an die umfangreiche Bauanleitung halte, ist als nächstes die Montage der MG Halterungen an der Reihe.

Die vorderen v-förmigen Halterungen sind bereits weitgehend vorgefertigt. Sie müssen nur noch nach Plan gebogen werden. Für die hintere Halterung, die vom Cockpit aus sichtbar sein wird, liegt ein hölzernes Frästeil bei. Die Ausführung in Messingrohr bleibt dem Erbauer selbst als Option überlassen. Natürlich mach ich das. Also ab in den Baumarkt und ein 10er Messingrohr beschafft. Wie ich das so in der Hand halte, kommen mir Zweifel ob des Gewichtes. Das Rohr hat immerhin 1mm Wandstärke. Zum Glück hab ich in der Materialkiste aber dann noch zwei alte Teleskopantennen gefunden, deren unterstes Element auch 10mm Durchmesser hat. Die Wandstärke ist hauchdünn und das Gewicht drastisch geringer. Das Frästeil dient mir als Schablone.  

Der 1:1 Plan
Das Holzteil


Das zweite Leben der Teleskopantennen















Schaut schon gut aus.     

  

In anderen Foren und auch in der Bauanleitung wird oft das Albatros Buch von  Robert C. Mikesh zitiert. Es ist von 1980 und nur noch antiquarisch zu bekommen. Darin wird haarklein die Restaurierung der DVa "STROPP" in den Originalzustand beschrieben. Das Buch musste ich haben. Bei den einschlägigen Internethändlern wurde ich in USA fündig. Trotz des stolzen Preises ist das Buch jeden Cent wert. Es beweist, das Proctor mit dem Anspruch "Museumsqualität" nicht übertrieben hat.

Es enthält neben der exakten Beschreibung des Flugzeuges und der Arbeiten daran auch zahlreiche Fotos und Zeichnungen, z.T. vom Original. Eine wahre Fundgrube.


Bei der Bilder Recherche fiel mir auf, dass die hintere MG Halterung verschiedene Klemmungen hat. Damit ist es möglich, die MGs exakt in Flugrichtung zu justieren. Das ließ sich mit ein paar Alu Resten und 1,6mm Schräubchen schnell simulieren.












 













Die im Bausatz enthaltenen MGs sind die altbekannten Williams Plastikkits aus den 1960ern (!). Sie müssen noch lackiert werden. Da hoffe ich auf Hilfe von meinem Flügelmann, der ein Händchen für sowas hat ;-)


Es reicht ja schließlich nicht aus, die Dinger schwarz zu pinseln. Da müssen dann metallische Abschürfungen und Schmauchspuren zu sehen sein  ;-)

 

 

 

 

 












18.08.2018

Die Metallbeschläge im Cockpit sind bei den 1:1 Replikas in einem hellen grün/oliv lackiert. Keine Ahnung, ob das vor 100 Jahren auch so war. Farbfotos gab´s noch nicht und die überlebenden Maschinen sind da bestimmt auch nicht mehr original. Also habe ich mich für eine Revell Standard Farbe entschieden. Die MG Halterungen hab ich schon gepinselt.  

 












Dem Bausatz liegen unzählige Beschläge und Schrauben aus Messing bei. Die sehen sehr edel aus, aber wir sind ja nicht beim Schiffsmodellbau. 


Ich bezweifele auch, dass 1917 dieses Material verwendet wurde. Wie auf dem Bild oben zu erkennen ist, sind meine Messingschrauben nun schwarz brüniert. 



Es folgt die Montage der Halterungen für die Motorattrappe.


Um das genaue Höhenmaß einzuhalten habe ich die vertikalen Abstände aus dem Bauplan ermittelt und Sperrholzschablonen angefertigt. 


Um die Rumpfmitte und die exakte Mittellinie zu finden, benutze ich wieder mal meinen Baumarkt Laser.

Die Ausrichtung der "Kurbelwelle" erfolgt parallel zur Längsachse.

 

 

 

 

 

 

 

 





Weiter in "Teil 2"