Bauteile aus dem 3D Drucker

Die Motorattrappen der 1/4 Scale Modelle wurden bisher immer aus allerlei Kleinteilen und Resten gebastelt und kommen der Originalvorlage mehr oder weniger nahe. Ein 3D Drucker könnte sowas natürlich viel besser, vorausgesetzt man verfügt über die konstruktiven Möglichkeiten oder passende Vorlagen in elektronischer Form.

Im Internet findet man inzwischen einige gute 3D Nachbildungen von Umlauf- und Sternmotoren. Also habe ichmal einen Versuch gestartet.

Mein kleiner Drucker hat eine Arbeitsfläche von nur 100x100x100mm. Das reicht aber völlig aus, um die Einzelteile der Motorattrappe herzustellen.

Als Vorlage für den Versuch habe ich mir einen 9 Zylinder Oberursel ausgesucht.























Um mit den 3D Moodellen arbeiten und eigene Ideen umsetzen zu können  benutze ich die Software freeCAD.

Das Dateiformat STL läßt sich nicht mehr rückwärts in die konstruktiven Detail zerlegen. Aber man kann mit geraden Schnitten Teile der Zeichnung freistellen und somit Einzelteile aus dem Ganzen erzeugen und abspeichern. 

Ich konnte somit die Zylinder, Zylinderköpfe, die Ansaugrohre und das Gehäuse einzeln drucken. 


 

 

 

 



















Heraus kam ein schöner kleiner Bausatz, der, wie gewollt, ganz genau um den Aussenläufer passt:























Das verwendete Filament ist PLA. Die interne Struktur der Teile wird von der Slicer Software CURA (im Lieferumfang des Druckers enthalten) gestaltet. Das heißt, es werden Füllstrukturen und Stützkonstruktionen automatisch generiert. Das Ergebnis ist sehr stabil. Der Kunststoff lässt sich aber gut mit den im Modellbau üblichen Werkzeugen bearbeiten.

Es gibt inzwischen alle möglichen Arten von Filament, z.B. auch mit Metallstaub versetztes Material. Für die Ansaugrohre habe ich "Kupfer" verwendet und die Teile anschließend von ihrer gemusterten Druckoberfläche durch polieren befreit:

  

















Das Ergebnis kann sich sehen lassen :-)


Der Zusammenbau erfolgt mit Sekundenkleber. Das Finish macht die Farbe:



























Leider passt der Oberursel weder zu meiner Sopwith Pup, noch zur Bleriot. Da gehören Gnome Rhone Motoren rein. Soviel Scale muss sein. Bin schon auf der Suche nach den passenden Typen.

Aber es war ja auch nur ein Test. Schnell noch den vorderen Gehäusedeckel nachgedruckt und die Propellernabe im FreeCAD konstruiert und gedruckt. Jetzt habe ich einen wunderschönen Wandschmuck für´s Büro:

 

















Jetzt muss ich Wohl oder Übel in die Konstruktion einsteigen. FreeCAD läßt sich Schritt für Schritt im Selbststudium erlernen. Es warten schließlich noch weitere Motoren auf ihre detailgetreue Umsetzung in PLA.


Das nächste Projekt wird der OX-5 Motor für die Curtiss JN-4 "Jenny". 



Stay tuned...